Ratgeber Crowdfunding, lohnt sich das?

Crowdfunding, lohnt sich das? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns hier in unserem Ratgeber.

Crowdfunding, lohnt sich das?

Eines gleich vorweg, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es kommt immer auf das jeweilige Projekt an. Mit unserem Ratgeber möchten wir jedoch alle Seiten rund um das Crowdfunding beleuchten und Tipps zur Seite stellen.

Definition

Was ist das eigentlich, Crowdfunding? Das Wort “Crowd” kommt aus dem Englischen und steht für die Menge (Menschenmenge). Das Wort “Funding” kommt ebenfalls aus dem Englischen und steht für Finanzierung. Eine Definition könnte also lauten:


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Eine Menschenmenge, die etwas finanziert. Oder anders: Eine Menge Menschen (Gruppe) finanzieren ein Projekt.

Startup

Besonders häufig stößt man auf den Begriff des Crowdfundings – oder auch Schwarmfinanzierung genannt – in Verbindung mit Startups. Jemand meint eine gute Idee zu haben, kann diese jedoch selbst nicht finanzieren. In diesem Fall könnte er ein Crowdfunding machen.

In den Werbetexten und Videos der Plattformen zur Schwarmfinanzierung klingt alles so einfach. Folgen Sie einfach den Tipps & Ratschlägen und schon wird das eigene Crowdfunding ebenfalls erfolgreich sein. So einfach ist es jedoch nicht!

Irrtümer

Ein weit verbreiteter Irrtum ist es folgendes zu denken. Ich stelle mein Projekt auf einer Crowdfunding Plattform ein und schon “spenden” Leute für mein Projekt. So ist es jedoch nicht, allein mit dem Einstellen auf einer Plattform erreicht man in der Regel gar nichts!

Es wird vielmehr so sein, dass das Finanzierungsprojekt bereits wenige Stunden nach dem Einstellen auf einer Crowdfundingplattform in der Versenkung verschwindet. Schließlich gibt es zahlreiche Crowdfundingprojekte und täglich werden neue Projekte eingestellt.


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Ein weiterer Irrtum ist es zu denken, dass man für das Crowdfunding kein Geld benötigt. Einerseits ist es richtig, dass man an die Finanzierungsplattformen meist nur im Erfolgsfall eine Provision zahlt. Aber für ein erfolgreiche Gruppenfinanzierung gibt es weitere Kostenfaktoren.

Erfolgsfaktoren

Als Grundsatz könnte man wohl ohne weiteres behaupten, Crowdfundingplattformen mögen nur erfolgreiche Projekte. Das bedeutet für ein Startup, dass es bestimmte Kriterien erfüllen muss.

Natürlich sollte ein Startup bzw. das Produkt, welches man anbietet den Kunden bzw. Investor begeistern.

Der wohl aller wichtigste Punkt, für das eigene Crowdfunding, ist die Reichweite. Diese muss man am Anfang erst mal selbst auf die Beine stellen.


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Tipps

Hier mal einige Tipps aus dem Bereich und unsere Meinung hierzu:

  • Funktion und Vorteile des Produktes in den Vordergrund stellen.
  • Alleinstellungsmerkmal betonen (unique selling point = USP)
  • Gute Produktfotos.
  • Vorstellung des Teams oder des Gründers.

Kommentar: Sinnvoll

  • Hochauflösende Fotos für die Presse.
  • Pressemitteilungen an die Presse.

Kommentar: Klingt sinnvoll, der Versand von Pressemitteilungen an allgemeine Zeitungen und Verlage ist aber meist vergebene Mühe. Selbst bezahlte Pressemitteilungen bringen meist überhaupt nichts.

  • E-Mails an alle Freunde und Bekannte.
  • Veröffentlichung in den persönlichen Social Media Netzwerken.

Kommentar: Kann man machen. Die Reichweiten für solche Dinge nehmen aber auch hier immer mehr ab. Es gibt auch verschiedene Gruppen im Bereich Social Media die sich mit Crowdfunding beschäftigen, jedoch ist hier kaum mit einer wesentlichen Aufmerksamkeit zu rechnen.

  • E-Mails an alle Geschäftskontakte

Kommentar: Gerade bei größeren oder Branchen fremden Produkten sollte man mit Bedacht vorgehen. VORSICHT! Im schlechtesten Fall verliert man Kunden, weil diese denken, man wolle was anderes machen, versendet Werbung oder man habe es nicht mehr nötig.

  • Alle technischen Details veröffentlichen.

Kommentar: Das erwarten Plattformen, aber man sollte sich natürlich genau überlegen, ob es das einem Wert ist. Insbesondere wenn für die Idee kein Patentschutz vorliegt.

  • Sich auf Produktvorstellungen beziehen, sprich Magazine oder Influenzer überzeugen, dass sie das zu finanzierende Produkt vorstellen.

Kommentar: Klar ist das sinnvoll, jedoch ist gerade die Einbindung von Influenzern zum Teil eine teure Angelegenheit und ob man dann überhaupt noch ein Crowdfunding benötigt, ist fraglich.

Wann ist Crowdfunding wirklich erfolgreich?

Crowdfundingkampagnen sind wirklich erfolgreich, wenn sie eine schnelle und hohe Reichweite haben und dazu ihr Basisfinanzierungsziel schnell erreichen.

Ist diese Schwelle erreicht, wird auch die Crowdfundingplattform das betreffende Projekt gezielt sponsern, sprich es in Newsletter vorstellen und in den Kategorien weit oben anzeigen. Wenn man diesen Zustand erreicht hat, ist man auf dem richtigen Weg.

Betrachtet man sich erfolgreiche Kampagnen, kann man somit folgendes ableiten. Crowdfundings für Konsumprodukte haben die besten Chancen, sprich:

– Kleiner Basisbetrag für die Anlaufproduktion, der schnell erreicht werden kann.
– Vergünstigter Endpreis für den Kunden, sprich der Spender erhält das Produkt als Bonus zum Sonderpreis. Zum Beispiel ein faires Smartphone für 499,- anstatt für 599,-.

Auf diesem Wege kann man schon mal eine Million schnell zusammenbekommen. Hier wird aber auch deutlich, was häufig bei Spendern im Vordergrund steht. Es ist nicht die Förderung einer Idee, sondern der Gedanke Geiz ist Geil. Mit solchen Anreizen macht man Kampagnen groß.

Plattformen

Es gibt eine Reihe von Crowdfunding Plattformen. Hier drei Beispiele:

https://www.kickstarter.com

Merkmale:

  • Weltweit aktiv
  • Webseite auch in deutsch verfügbar.
  • Eingabe schlechte Benutzerfreundlichkeit.
  • Eingeschränkte Zahlungsmethoden.
  • Die Erfolgsrate ist den Betreibern sehr wichtig. Projekte mit sehr großen Summen werden dann auch mal pauschal abgelehnt. An die eingegebenen Daten, für die man viel Zeit aufgewendet hat, kommt man dann nicht mehr ran.

https://www.indiegogo.de

Merkmale:

  • Weltweit aktiv
  • Website nur in Englisch.
  • Eingabe: Hohe Benutzerfreundlichkeit
  • Eingeschränkte Zahlungsmöglichkeiten (Kreditkarte) und Währungen

https://www.startnext.com

Merkmale:

  • Deutsche Plattform
  • Webseite in deutsch, Angebot auch in Englisch möglich.
  • Mehrere Zahlungsmethoden
  • Gut geeignet, wenn man sich auf den deutschen Markt beschränken möchte.

Natürlich gibt es viele weitere Crowdfundingplattformen, die auch andere Sammlungsbereiche wie z.B. Crowdinvesting oder Crowdleading beinhalten. Eine Übersicht findet man z.B. auf der nachfolgenden Seite:

https://www.crowdfunding.de/plattformen/

Gebühren

Die Gebühren sind von Plattform zu Plattform unterschiedlich. Aufgrund von Zahlungsgebühren, wenn z.B. jemand mit Kreditkarte zahlt, sind die Kosten insbesondere bei kleinen Beträgen im Verhältnis Recht hoch. Schließlich muss man ja auch die Gebühren für die Plattform mit einsammeln. Da die Gebühren je nach Betragshöhe unterschiedlich sind, ist es auch nicht ganz einfach eine entsprechende Kalkulation für das Crowdfunding aufzustellen.

In jedem Fall muss man die Gebühren vorab mit einplanen, da man ansonsten im Nachhinein, bei der Endabrechnung zu wenig Geld übrig hat.

Perks

Das reine Sammeln für ein Projekt animiert die meisten Spender kaum. Deshalb wird empfohlen Perks sprich Vergünstigungen oder Belohnungen anzubieten.

Das könnte z.B. das Endprodukt zu einem vergünstigten Preis sein. Oder man nimmt beispielsweise allgemeine Belohnungen wie z.B. einen Getränkebecher der mit dem neuen Firmenlogo bedruckt ist. Oder einen Fanartikel wie z.B. eine Autogrammkarte, persönliche Sache sind natürlich besser.

Das Handling von Perks sollte man jedoch nicht unterschätzen. Bestellung, Anlieferung, Einlagerung, Internationales Porto und einiges mehr sind nur einige Punkte. Versendet man 10.000 Tassen ist man damit auch eine ganze Weile beschäftigt. Natürlich muss man auch auf diese Spenden Gebühren zahlen, sprich das ist in der Kalkulation der Crowdfundingsumme zu berücksichtigen.

Fazit

Als Fazit kann man sagen, nicht für jedes Projekt ist Crowdfunding geeignet. Ohne bereits vorhandene Reichweite oder bestehende Community ist es kaum machbar. Wenn man jedoch bereits eine Reichweite hat, muss man sich ebenfalls fragen, ob sich Crowdfunding lohnt. Schließlich fallen auch erhebliche Gebühren an und die Vorbereitung ist ebenfalls mit Arbeit verbunden. Insbesondere wenn es sich um eine Patentangelegenheit handelt, sollte man Investoren / Spender vielleicht auf einem diskreteren Weg suchen.

Hat man bereits Reichweite und ein gutes geschütztes Produkt mit geringen Anlaufkosten, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Schwarmfinanzierung nicht schlecht.

Alternative Finanzierungen

Natürlich gibt es alternative Möglichkeiten sein Startup zu finanzieren, diese sind jedoch nicht unbedingt einfacher:

  • Bankkredit: Hier wird man Wert auf Sicherheiten legen.
  • Privatkredit: Zum Beispiel über https://www.smava.de
  • Crowdinvesting: Hier beteiligen sich Menschen(massen) an Ihrem Projekt / Produkt. Insbesondere für Deutschland muss man Investoren vorab bereits ausführlich Informieren, so das hier in jedem Falle schon mal Grundkosten anfallen.
  • Besteht für die Idee des Produktes bereits eine gewisse Reichweite könnte man öffentlich nach einem Partner Ausschau halten.
  • Venture Capital Unternehmen: Es gibt Unternehmen die Risikokapital für neue Produkte / Ideen zur Verfügung stellen. Bei diesen kann man sich mit seiner Idee bewerben. Hier mal eine Übersicht von einigen dieser Venture Capital Unternehmen: https://www.gruenderkueche.de/fachartikel/top-15-der-vcs-die-wichtigsten-nationalen-venture-capital-geber-die-gruender-kennen-sollten/

Egal für welchen Weg man sich entscheidet, wichtig ist sein Produkt bekannt zu machen und Reichweite zu generieren.

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