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Auto

Test Hyundai i10 63 PS 2025 – Kleinstwagen-Check – UTBOERG TV

UTBOERG TV · 2025

3,67 Meter Länge, 63 PS, 18.700 Euro – und trotzdem mit Navigation, Sitzheizung und Lenkradheizung. UTBOERG TV testet den Hyundai i10 von der Motorhaube bis zum Kofferraum und nimmt ihn auf eine mehrhundert Kilometer lange Ausfahrt mit.

Motor: 3-Zylinder mit Charakter

Unter der Haube des i10 arbeitet ein 3-Zylinder-Motor mit 63 PS. Der Klang beim Kaltstart ist unverkennbar kernig – kein leises Gleiten, sondern ein kleiner Motor, der seinen Charakter nicht verbirgt. Motorlifter gibt es nicht; die Haube wird mit einem klassischen Aufstellhebel geöffnet. Ölmessstab, Wischwasser, Kühlwasser und Bremsflüssigkeit sind griffbereit zugänglich.

Im Fahrbetrieb bis 100 km/h ist der i10 alltagstauglich. Das 5-Gang-Getriebe ist kurz übersetzt, bei 100 km/h dreht der Motor rund 2.900 Touren – nicht wenig. Wer Landstraßentempo fährt, kommt mit dem i10 gut zurecht. Ab 120 km/h werden Windgeräusche deutlicher, bei 130 km/h sind es rund 3.800 Touren und eine Geräuschkulisse, die auf langen Autobahnabschnitten ermüdet. Der i10 ist kein Langstreckenauto – das ist keine Kritik, sondern eine Positionsbeschreibung.

Serienausstattung: Überraschend üppig

Was Hyundai für 18.700 Euro (Listenpreis) liefert, überrascht: serienmäßig Navigation, Sitzheizung links und rechts, Lenkradheizung, Tempomat, Klimaanlage, Android Auto per USB und BlueLink-Online-Dienste. Das Navigationssystem ist 10 Jahre lang kostenfrei – das Ablaufdatum 31.07.2035 steht im Menü unter BlueLink. Wer Live-Verkehr, Live-Tanken oder weitere Dienste nutzen möchte, zahlt danach 2,99 Euro pro Monat (oder 29 Euro jährlich). Das größere Top-Connectivity-Paket kostet rund 10 Euro pro Monat. Für die reine Navigation ohne Live-Services bleibt es dauerhaft kostenlos.

Die Bedienung ist pragmatisch: zwei Fensterheber-Tasten, Spiegelverstellung, Sitz- und Lenkradheizung in der Mittelkonsole, klassische Handbremse. Das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe, nicht in der Länge verstellen – für großgewachsene Fahrer ist das ein Einschränkung. Eine Lendenwirbelstütze fehlt.

Innenraum und Platzverhältnisse

Vorne sitzt man überraschend gut: Der kurze Radstand lässt den Einstieg gelingen, die Sitzposition ist für 1,85 m Körpergröße noch in Ordnung. Die Materialanmutung ist einfach – normales Plastik durchgehend, dafür Lederlenkrad und Lederschaltknauf als Aufwertung. Das Armaturenbrett spiegelt bei starker Sonneneinstrahlung in die Windschutzscheibe – ein echter Mangel, der die Übersicht einschränkt.

Hinten sitzen bedeutet direkt hinter dem Vordersitz – bei einem 3,67-m-Fahrzeug nicht anders zu erwarten. Für einen Kleinwagen erstaunlich: Mit auf 1,85 m eingestelltem Vordersitz passt man hinten noch mit den Füßen rein, der Knieabstand ist knapp aber vorhanden. Kein Getränkehalter in den Hintentüren (zu schmal gebaut), keine Armlehne. Die Rückbank lässt sich 1/3 und 2/3 umlegen.

Der Kofferraum fasst nach Schätzung etwa drei Selterkästen. Mit umgelegter Rückbank vergrößert sich die Ladefläche, allerdings mit einer Kante. Unter dem Ladeboden: Reifenbefüllset und Abschlepphaken.

Navigation und Infotainment

Das Infotainmentsystem des i10 ist besser als sein Preis erwarten lässt. Die Routenführung läuft online-abgestimmt, Zielsuche per Hausnummer ist sauber gelöst – besser als in manch teureren Fahrzeugen. Pfeile werden im Digitaltacho und im Display gleichzeitig eingeblendet. Android Auto funktioniert per USB-Anschluss nach Freigabe der Berechtigungen. Das Display spiegelt bei starker Sonne etwas, bleibt aber grundsätzlich ablesbar.

Sitze und Langstrecke

Nach einigen hundert Kilometern zeigt sich: Die Sitzfläche ist akzeptabel, die Rückenlehne hingegen ist für längere Strecken nicht optimal. Die Einstellmöglichkeiten sind begrenzt – Hyundai fertigt die Sitze auf ein Standardmaß, wie alle Hersteller. Wer fünf bis zehn Zentimeter kleiner oder größer ist als das Norm-Maß, könnte besser oder schlechter damit zurechtkommen. Probefahrt vor dem Kauf ist Pflicht.

Fazit

Der Hyundai i10 mit 63 PS liefert für 18.700 Euro ein überragendes Ausstattungspaket: Navigation (10 Jahre kostenlos), Sitzheizung, Lenkradheizung, Tempomat, Android Auto. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist Hyundais stärkstes Argument – und es greift auch hier. Wer einen günstigen, gut ausgestatteten Stadtflitzer für kürzere Strecken und gelegentliche Überlandfahrten sucht, findet im i10 eine ehrliche, zuverlässige Option. Für Langstrecke und Autobahn bei Tempo 130 ist er nicht gemacht – das ist keine Schwäche, nur eine Frage der richtigen Anwendung.