Geländewagen bis 3,5 t als Basisfahrzeug für ein Expeditionsmobil – UTBOERG TV
UTBOERG TV · 3. September 2020
Als Basisfahrzeug für Expeditionsmobile bis 3,5 Tonnen sind unter Globetrottern folgende Geländewagen sehr beliebt.
Basisfahrzeuge bis 3,5 Tonnen
Toyota HZJ
Der Toyota Land Cruiser J7 oder auch HZJ 75 oder HZJ 78 (Nachfolger) genannt, bietet neben solider Technik für einen Geländewagen mit Chassis reichlich Platz im Fond. Hinzu kommt, mit den richtigen Dachträgern, eine Dachlast von max. 200 KG. Der Toyota HZJ 75 gilt als eines der zuverlässigsten Fahrzeuge in der 3,5-Tonnen-Klasse und gebrauchte Fahrzeuge können auch schon mal eine halbe Million KM auf dem Tacho haben. Aufgrund seines häufigen Einsatzgebietes in Afrika und seinen vielen Sitzplätzen wird der HZJ75 / 78 auch als Buschtaxi tituliert.
Besonders beliebt ist der 4,2-Liter-Saugdiesel. Blattfedern vorn und hinten gab es bis 1999, danach wurden zumindest vorn Schraubenfedern eingesetzt. Ab 2009 folgte bei der Ausstattung der Fahrer- und Beifahrer-Airbag, welcher auch mit einem neu gestalteten Armaturenbrett einherging. Die einfache Technik macht ihn reparaturfreundlich und damit zu einem guten Basisfahrzeug.
Die Modellbezeichnung HZJ78 bedeutet:
HZ = Motor
J = Land Cruiser
7 = Baureihe
8 = Modell innerhalb der Baureihe
Lediglich die Getriebe sollen nach einigen hunderttausend Kilometern Probleme machen. Die Ersatzteilversorgung ist weltweit gewährleistet. Gebrauchtwagen werden in Deutschland recht teuer gehandelt – und das auch noch wenn er einige 100.000 KM auf dem Buckel hat.
Land Rover Defender
Der Land Rover Defender, von seinen Fans liebevoll Landy bezeichnet, wurde seit 1948 gebaut und erfreut sich seit Jahren hoher Beliebtheit und das sogar in Deutschland. Spätestens seitdem die Produktion im Jahre 2016 eingestellt wurde, steigen auch die Preise für gebrauchte Exemplare. Im September 2019 wurde der Nachfolger Defender L633 vorgestellt – dieser wurde jedoch vollständig neu entwickelt.
Ursprünglich wurde der Land Rover für die Landwirtschaft entwickelt. Auch beim britischen Militär war er unter dem Namen Land Rover Wolf sehr verbreitet. Auch in den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutz kam der Defender zum Einsatz.
Die verbreitetsten Varianten waren nach ihren Radständen bezeichnet: 90 (kurze Variante mit drei Türen, auch als Cabrio), 110 (5 Türen, Standard) und 130 (Crew-Cab mit 4 Türen und einer Ladefläche). Klimaanlage, Sitzheizung, Navigation und Fensterheber waren verfügbar. Durch seine einfache Technik gelten zumindest die älteren Modelle als sehr reparaturfreundlich und die Ersatzteilversorgung soll weltweit gut und preiswert sein.
Mercedes G
1979 erblickte der Mercedes G das Licht der Welt, lange bevor das Wort SUV erfunden war. Der G ist kein SUV, sondern ein waschechter Geländewagen – kantig, rau, solide und mit dem richtigen Motor extrem zuverlässig.
Trotz zahlreicher Facelifting blieb er vom Kern her gleich. Von 1979 bis 2018 wurden über 300.000 Fahrzeuge verkauft. Die G-Reihe wurde als Kurzversion (3 Türen), Cabrio und lange Version / Station (5 Türen) verkauft. Auch bei der Polizei, Feuerwehr und beim Militär wurde er eingesetzt.
Seinen guten Ruf verdankt der Wagen Motoren wie dem 300 GD oder dem 230 GE, die als sehr solide gelten. Mit diesen Motorvarianten eignet sich der Mercedes G auch als Basisfahrzeug für ein Expeditionsmobil. Die Dachlast soll beim langen G bei 200 KG liegen – ideal sogar ggf. mit zwei Dachzelten.
Die G-Klasse ist eigentlich ein Österreicher, da er in Graz bei der Firma PUCH gefertigt wurde. 2018 wurde der Nachfolger mit der Baureihe W 463 vorgestellt.
Sollte man sich für einen dieser drei Geländewagen als Basisfahrzeug interessieren, sollte man sehr genau auf das Thema Rost achten. Keines dieser Fahrzeuge ist noch wirklich günstig zu bekommen.
Weitere Alternativen
Für Käufer die mehr auf den Preis achten müssen:
- Mitsubishi Pajero
- Nissan Patrol
- Toyota Land Cruiser
Pick-up als Basisfahrzeug
Toyota HILUX
Wer sich ein moderneres Fahrzeug wünscht oder mit dem Dachzelt nicht auskommt, sollte sich mit dem Toyota Hilux beschäftigen. Dieser erfreut sich einer gewissen Beliebtheit in Kreisen von Wohnkabinen-Nutzern. Die Vorteile einer absetzbaren Wohnkabine liegen auf der Hand.
Ein moderner Pickup – gleich ob Toyota Hilux, Ford Ranger, Isuzu D-Max, Mercedes X-Klasse, Mitsubishi L200 oder Nissan Navara – schlägt bereits mit einem Basispreis ab zirka 25.000,- EUR zu Buche. Hinzu kommt die Wohnkabine, die zwischen 17.000,- und 160.000,- EUR kosten kann.
Viele Weltreisende bevorzugen jedoch lieber alte, sprich reparaturfreundliche Geländewagen. Wenn autark sein, die Anzahl der Reisenden und Reichweite eine Rolle spielt, kommen schnell Fahrzeuge über 3,5 Tonnen als Basisfahrzeug ins Gespräch.
Vor- und Nachteile von 3,5 Tonnen
Vorteile 3,5 Tonnen
- Kleiner Führerschein
- Günstigere oder keine Mautregelung
- Höhere (erlaubte) Höchstgeschwindigkeit
- Kein Fahrtenschreiber
- Kleinere Abmessungen = günstigere Verschiffung, Fahrzeug wendiger
- Kein Sonntagsfahrverbot
- Parken im Wohngebiet
Nachteile 3,5 Tonnen
- Personenzahl begrenzt
- Geringere Reichweite
- Eingeschränkt autark sein
- Weniger Raumangebot

