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Auto

Fahrbericht Audi A5 Avant TDI 150 kW 204 PS – 600 km 2026 – UTBOERG TV

UTBOERG TV · 2026

Nach dem Audi A6 e-hybrid hat UTBOERG TV nun den Audi A5 Avant TDI mit 2,0 Liter, 150 kW (204 PS) und S-tronic auf 600 Kilometer Hamburg hin und zurück geschickt. Kein Fahrerassistenzpaket Plus, keine Massagesitze – nur der Diesel mit Basisausstattung im Langstreckentest.

Motor und Verbrauch: Diesel auf Langstrecke

Der 2,0-Liter-TDI mit 204 PS und quattro-Allradantrieb ist die klassische Vernunftsmotorisierung für Vielfahrer. Auf der Autobahn bei 100 km/h zeigt das Display anfangs 5,7 Liter – auf der Langstrecke stabilisiert sich der Verbrauch. Am Ende der 600 Kilometer stand ein Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 83 km/h. Die Strecke umfasste Autobahn, Bundesstraßen und Stadtverkehr in Hamburg – kein Verbrauchsrekord, aber für ein Allrad-Kombi dieser Klasse ein solider Wert. Wer auf 100 km/h beschränkt bleibt und kaum Stadt fährt, kommt spürbar darunter.

Bei 150 km/h werden die Windgeräusche deutlicher, bleiben aber im akzeptablen Rahmen. Das S-tronic-Getriebe schaltet im Autobahnbetrieb bei niedrigen Drehzahlen – der Motor läuft entspannt und kultiviert. Lautstärke und Vibrationen: unauffällig.

Basisausstattung: Weniger ist nicht immer schlechter

Das Testfahrzeug war in der Grundausstattung konfiguriert: Standardsitze mit Stoffbezug, kein Ambiente-Licht, kein Matrix-LED, kein drittes Display. Die Mittelkonsole zeigt matt-schwarzen Kunststoff statt Hochglanz oder Aluminiumdekor. Das erinnert an ältere Audi-Modelle – nicht schlecht, aber auch nicht repräsentativ für das, was der A5 leisten kann. Für denjenigen, der den A5 als Arbeitsgerät sehen will, ist das vollkommen in Ordnung. Die Lärmdämmung hingegen ist auch in der Basisvariante gut – das ist ein echter Vorteil auf langen Strecken.

Cockpit und Navigation: Digital ohne Nadel

Das virtuelle Cockpit des A5 zeigt keine klassische Tachonadel. Die aktuelle Geschwindigkeit wird als digitale Zahl eingeblendet – im Sportmodus im oberen Drittel einer Anzeige, die den Bereich von 100 bis 300 abdeckt, was die Einordnung der 150 km/h optisch schwieriger macht als eine analoge Nadel. Das virtuelle Cockpit lässt sich per Lenkrad-Tasten zwischen mehreren Ansichten umschalten: Navigation links, Radio oder Telefon rechts, Kurzzeitspeicher und Verbrauch auf Wunsch. Gewöhnungssache – nach einer Weile selbstverständlich.

Das Navigationssystem versteht Sprachbefehle, Tippen und Wischen. Die Satellitenkarte lässt sich zuschalten, braucht aber einen Moment zum Laden. Verkehrsinformationen erfordern nach der Gratisphase einen kostenpflichtigen Account – eine Lösung, die Audi mit VW und anderen VAG-Modellen teilt. Alternativ: Android Auto oder Apple CarPlay über Bluetooth und WLAN verbinden, dann liefert Google Maps den kostenlosen Verkehrsfunk. Die Einrichtung klappt reibungslos, wenn Standort und Berechtigungen am Smartphone freigegeben sind.

Assistenzsysteme: Das kleine Paket im Praxistest

Das Testfahrzeug war mit dem kleinen Fahrerassistenzpaket ausgestattet – ohne die automatische Geschwindigkeitsanpassung an Schilder und Ortseinfahrten. Der Abstandsregeltempomat (ACC) funktioniert zuverlässig: Er hält den Abstand, bremst vor stehenden Fahrzeugen und wartet an Ampeln. Auf einer zähen Stadtfahrt in Hamburg reagierte das System gut – nur einmal wurde ein Spurwechsel eines anderen Fahrers nicht schnell genug erkannt, sodass manuelles Bremsen nötig war. Die Navigation rechnete die Route auf den letzten 11 Kilometern rund 20 Mal neu – unnötig und ablenkend, aber folgenlos.

Ein auffälliger Hinweis am Ende der Fahrt: Der Ölstand lag nach 5.500 Kilometern am Minimum. Das sollte beim Kauf oder bei der nächsten Inspektion im Blick behalten werden.

Nachtfahrt: Gut, aber kein Matrix

Das LED-Licht des A5 in der Basisversion (ohne Matrix-LED) ist solide: breite Ausleuchtung, Fernlichtassistent funktioniert. Der Kreuzungsassistent leuchtet Querstraßen bei Abbiegemanövern aus – eine nützliche Funktion. Wer allerdings das Matrix-LED kennt, merkt den Unterschied: Ohne es wird das Fernlicht beim Gegenverkehr vollständig abgeblendet, die Straße links und rechts daneben bleibt dann dunkel. Für gelegentliche Nachtfahrten ausreichend; für Vielfahrer und häufige Nachtrouten ist Matrix-LED eine Überlegung wert.

Fazit nach 600 km

Der Audi A5 Avant TDI 150 kW quattro ist ein zuverlässiger Langstreckenkombi. 6,6 Liter Durchschnittsverbrauch, kein Ausfall der Assistenz, gute Dämpfung und entspanntes Reisen – das leistet der Diesel-A5. Die Basisausstattung kann optisch mehr, als man zahlt; wer mehr erwartet, sollte in höhere Ausstattungslinien oder zumindest das Fahrerassistenzpaket Plus und Matrix-LED investieren. Für die Zielgruppe, die einen effizienten Kombi der oberen Mittelklasse sucht, ist der A5 Avant TDI eine ernsthafte Wahl.