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Auto

Neuwagen einfahren: So schonen Sie Motor, Bremsen & Reifen – UTBOERG TV

UTBOERG TV · 17. Juli 2026

Ein fabrikneues Auto – und dann gleich Vollgas? Besser nicht. Auch wenn moderne Motoren deutlich präziser gefertigt werden als früher, profitieren Motor, Getriebe, Bremsen und Reifen in den ersten Kilometern von einer schonenden Fahrweise. Wir erklären, worauf es beim Einfahren eines Neuwagens ankommt – und was davon heute noch nötig ist.

Muss man moderne Autos überhaupt noch einfahren?

Kurz: Ja, aber entspannter als früher. Die Zeiten strenger Einfahr-Rituale sind vorbei, doch in der Einlaufphase glätten sich Oberflächen von Kolbenringen, Zylinderlaufbahnen und Lagern noch aufeinander ein. Wer in dieser Phase dauerhaft Volllast fährt, riskiert erhöhten Ölverbrauch und unnötigen Verschleiß über die gesamte Lebensdauer. Maßgeblich ist immer das Bordbuch des Herstellers – dort steht die konkrete Empfehlung für Ihr Modell.

Die Faustregeln für die ersten 1.500–2.000 Kilometer

  • Keine Volllast und kein Kickdown – weder beim Beschleunigen noch bei Höchstgeschwindigkeit.
  • Maximal etwa zwei Drittel der Höchstdrehzahl nutzen und die Drehzahl allmählich steigern.
  • Wechselnde Drehzahlen und Lasten statt stundenlang konstantes Tempo – Landstraße ist ideal, reine Kurzstrecke ungünstig.
  • Nicht untertourig quälen: Sehr niedrige Drehzahlen unter Last belasten den Motor ebenfalls.
  • Motor warmfahren, bevor man ihn fordert – das gilt übrigens ein Autoleben lang.

Bremsen und Reifen brauchen ebenfalls Anlauf

Neue Bremsscheiben und -beläge erreichen erst nach einigen hundert Kilometern ihre volle Wirkung – bis dahin möglichst vorausschauend fahren und Gewaltbremsungen vermeiden (im Notfall natürlich voll bremsen). Auch neue Reifen haben anfangs noch Trennmittel aus der Produktion auf der Lauffläche: In den ersten 100 bis 200 Kilometern ist die Haftung reduziert – besonders bei Nässe und in Kurven zurückhaltend fahren.

Gilt das auch für Automatik, S tronic und DSG?

Ja. Auch Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe laufen ein, und die Steuerung adaptiert sich an das Fahrprofil. Für das Einfahren gelten dieselben Regeln wie beim Schaltgetriebe: moderate Last, kein Kickdown. Ein Audi A6 mit S tronic wird also genauso schonend eingefahren wie ein handgeschalteter Kompaktwagen.

Diesel, Benziner, Hybrid und Elektro

Für Diesel und Benziner gelten die klassischen Regeln gleichermaßen; Turbomotoren dankt man zusätzlich, wenn man sie nach schneller Fahrt kurz auslaufen lässt. Beim Plug-in-Hybrid betrifft das Einfahren vor allem den Verbrenner-Anteil – wie das Zusammenspiel funktioniert, erklärt unser Ratgeber Plug-in-Hybrid richtig laden. Bei Elektroautos entfällt das Motor-Einfahren weitgehend; Bremsen und Reifen brauchen ihre Eingewöhnung aber genauso.

Nach der Einfahrphase

Nach rund 1.500 bis 2.000 Kilometern darf der Motor schrittweise den vollen Drehzahlbereich nutzen. Ein vorgezogener Ölwechsel ist bei modernen Fahrzeugen mit Longlife-Intervallen in der Regel nicht mehr vorgeschrieben – auch hier gilt das Serviceheft. Wer unsicher ist: Die Erstinspektion ist der richtige Zeitpunkt, Auffälligkeiten wie erhöhten Ölverbrauch anzusprechen.

Bei UTBOERG getestet