Test Mercedes Sprinter 317 CDI Kastenwagen 12/2021

Im Test der Mercedes Sprinter 317 CDI als Kastenwagen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von rund 3,5 t und einer Länge von fast 6 Metern (5,93 m) kann man schon allerhand bewegen.

Test Mercedes Sprinter 317 CDI Kastenwagen

Beim Slogan „Freude am Fahren“ denkt der werte Leser sicherlich erst mal an eine andere Automarke und erst recht nicht an einen Lieferwagen. Aber der Sprinter bereitet dem Fahrer Freude, weil er sich trotz seine Abmessungen wirklich gut handeln lässt.

Test Mercedes Sprinter 317 CDI Heck


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Neben der Wendigkeit weist unser Testwagen einen angenehmen Fahrkomfort auf und auch das Laderaumkonzept scheint zu überzeugen.

Der Kleintransporter Sprinter wird seit 1995 gebaut und trat damals die Nachfolge für den Mercedes T1 an. Unterdessen wird schon die dritte Generation des Sprinters produziert.

Unterschiedliche Raststände, Dachhöhen und ein Laderaumvolumen von bis zu 17 m³ machen den Kastenwagen für die unterschiedlichsten Anwendungen interessant.Test Mercedes Sprinter 317 CDI Innenbeleuchtung


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Ab rund 28.400,- EUR Listenpreis ist eine Basisversion verfügbar. Unser Testwagen dürfte jedoch bei rund 55.000,- EUR liegen. Wer dann noch den starken 190 PS Motor, Allradantrieb und Automatikgetriebe haben möchte liegt schnell bei 70.000,- EUR, jeweils immer ohne Sonderausstattung.

Innenraum

Auch beim Sprinter hat das MBUX Bedienkonzept Einzug gehalten. Am Lenkrad lassen sich über zwei kleine Touchpads sowohl das Tachomenü (linker Touchpad) als auch die Infotainment-Einheit (rechter Touchpad) gut bedienen. Es Bedarf lediglich einer kurzen Eingewöhnungsphase, um das System zu verstehen und bedienen zu können.Test Mercedes Sprinter 317 CDI Armaturenbrett


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Besonders die Sprachbedienung ist für die Navigationseingabe hilfreich, sofern man sich an das Regelwerk der einprogrammierten Befehle hält. Die Funktion startet man über „Hallo“ oder „Hey Mercedes“.  Allzu viel Intelligenz sollte man hierbei nicht erwarten, wer von den Standard-Befehlen abweicht, stößt bei dem Sprachsystem schnell auf Unverständnis. Warum es nicht „Hallo Sprinter“ heißt erschließt sich dem Nutzer leider nicht. Da es vor der Ansprache „Hallo Mercedes“ keine Notwendigkeit besteht, die Funktion händisch zu aktivieren, darf man davon ausgehen, dass „Mercedes“ alles mithört.

Alternativ kann man in das MBUX auch per Handschriftenerkennung (Eingabe von einzelnen Buchstaben) Ziele eingeben. Wer in der Lage ist die Spracherkennung zu nutzen, wird jedoch deutlich schneller und komfortabler ans Ziel kommen.

Sitze

Die erste Reihe lässt sich gemäß Aufpreisliste konfigurieren. In unserem Testfahrzeug hatten wir jeweils den Fahrersitz als Einzelsitz und den zweiten und dritten Sitzplatz als Sitzbank verbaut. Für die Beifahrerseite kann man aber auch einen Einzelsitz, Klappsitz oder den Wegfall des Sitzplatzes bestellen.Test Mercedes Sprinter 317 CDI Innenraum

Weiterhin kann man sich die Einzelsitze auch beheizen lassen (Aufpreis 246,33 EUR je Seite). Für einen Aufpreis in Höhe von 1.328,04 EUR kann man den Einzelsitz auch Elektrisch und mit Memory bestellen. Weiterhin kann man einen Schwingsitz in der Komfortausführung für 636,65 EUR wählen. Der Schwingsitz bügelt die Fahrbahnunebenheiten noch besser weg, als der normale Fahrersitz. Grundsätzlich bieten die Einzelsitze aber bereits einen guten Halt. Lediglich auf der Doppelbank kommt nicht viel Freude auf, insbesondere wegen der relativ steilen Stellung der Rücklehne.


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SICHT

Das Scheibenwischsystem „WET WIPER SYSTEM“ sprüht direkt an den Scheibenwischerarmen Reinigungswasser auf die Frontscheibe und dies ist gemessen an der großen Frontscheibe eine sinnvolle Angelegenheit.Test Mercedes Sprinter 317 CDI Tacho

Auch der aufpreispflichtige Regensensor ist eine sinnvoller Ergänzung, um sich mehr auf den Straßenverkehr konzentrieren zu können. Für die Sicht nach hinten empfiehlt sich die optionale Rückfahrkamera für 453,39 EUR, die auch per Knopfdruck aktiviert werden kann. Wem das nicht reicht, dem steht alternativ das Park-Paket mit 360 Grad-Kamera mit Rundumblick und Park-Assistent  (1.743,35 EUR) zur Verfügung.

Winter

Bei unserem Test mussten wir schnell feststellen, dass der Sprinter die ersten 20 Minuten im Innenraum nach dem Start doch recht kalt bleibt. Käufer sollten somit über eine Zusatzheizung und oder Sitzheizung nachdenken. Wer regelmäßig bei tiefen Temperaturen unterwegs ist, für den empfiehlt sich ggf. auch die beheizbare Frontscheibe (Aufpreis 417,69 EUR), da das Freikratzen der Frontscheibe im Mittelbereich nicht ganz einfach ist.

Test Mercedes Sprinter 317 CDI Licht

Sinnvoll erscheint diese Option auch, weil wir in der Aufpreisliste keine beheizbare Scheibenwaschanlage gefunden haben.

Klimaanlage

Mit der Steuerung der Heizung bzw. Klimaanlage haben wir uns etwas schwer getan, so das wir die Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC vorschlagen würden, die schlägt mit 2.967,86 EUR zu buche. Ansonsten erfordert die Regulierung der Heizung etwas Anstrengung.

Motor

Unsere beiden Test-Sprinter sind jeweils 317 CDI, sprich hier wird der OM 654 DE 20 LA mit 125 kW (170 PS) verbaut. Mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe leistet der Lieferwagen somit 380 Nm und in Verbindung mit dem 9 Gang Automatikgetriebe 400 Nm.

Zwar Bedarf es beim Schaltgetriebe etwas Nachdruck, beim Einlegen der Gänge, aber grundsätzlich kann man auch damit gut arbeiten. Das Automatikgetriebe (9G-Tronic) liefert gegen Aufpreis (ca. 2.800,- EUR) aber einen erheblichen Mehrwert in Sachen Fahrkomfort.

Im Stadtbetrieb liegt der Kastenwagen im Verbrauch auch mal schnell bei 12 Litern in der Verbrauchsanzeige. Lässt man den Wagen konstant dahingleiten z.B. auf der Autobahn oder Landstraße nähert man sich recht schnell einer 8 in der Anzeigentafel.

Video

Unseren Beitrag haben wir hier im bewegten Bild festgehalten:

Quelle: https://youtu.be/lLf5ijMP6dQ

Fazit

Test Mercedes Sprinter 317 CDI Laderaum

Der Mercedes Sprinter 317 CDI als Lieferwagen ist ein tolles Basisfahrzeug, wer jedoch maximalen Komfort wünscht, darf dafür auch tief in die Tasche greifen. Wenn der Wagen vollständig ausgestattet ist, ist das Fahren fast so angenehm, wie einem PKW. Wir sind insbesondere den Testwagen mit Automatikgetriebe gern gefahren.


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