Coronavirus als Chance für ein neues Wirtschaftssystem?

Für die meisten Menschen  ist es eine Premiere. Leere Regale in den Supermärkten, abgesagte Veranstaltungen, Ausgangssperren und plötzlich sollen viele von Zuhause oder nicht mehr arbeiten. Während es sich auf der einen Seite für viele wie verlängerte Ferien anfühlen mag, herrscht auf der anderen Seite Ungewissheit.

Wie wird es weiter gehen, ist die Versorgung wirklich langfristig sichergestellt? Werden die finanziellen Unterstützungen der Staaten tatsächlich ausreichen und welche Folgen werden diese langfristig haben? Ist alles in 6 Wochen vorbei oder werden wir mit dem Corona-Virus noch ein Jahr beschäftigt sein?

DAX Minus 40%

Im SPIEGEL heißt es “In nur 28 Tagen hat der Dax fast 40 Prozent eingebüßt.” Gleichzeitig vergleicht man diesen Börsen-Crash mit denen aus der Vergangenheit. 1987, 2000, 2008, 2011 und nun 2020 immer wieder dieselben Entwicklungen.

Unterdessen haben die Milliarden-Hilfspakete der Staaten zu einer Erholung des DAXes geführt. Dennoch stellt sich die Frage, wird es eine Rezession geben und welche Unternehmen werden diese Krise nicht überstehen. Welche Auswirkungen werden die enormen Schulden haben, mit denen sich die Staaten verschulden. Müssen wir erneut damit rechnen, das Bereiche des Staates privatisiert werden und wie viel wird dass den Steuerzahler langfristig kosten.

Natürlich stehen schon die ersten Politiker bereit, die den Corona-Virus als Rechtfertigung für ihre politischen Ziele nutzen. Kontaktverbote müssen aufgehoben werden, damit die Wirtschaft läuft. Da die Umwelt sich gerade erholt, sollten Umweltschutzgesetze für die nächste Zeit nicht mehr gelten und die Industrie frei handeln können. Die Grundrente muss verschoben werden usw. 

DAX & Geldsystem

Die Abkürzung DAX steht für Deutscher Aktienindex. Dieser misst die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes.

Aber was ist das für ein System, was immer wieder zusammenbricht und deren Wert fällt, nur weil jemand Krank geworden ist? Natürlich ist nicht nur einer erkrankt, sondern Viele, aber brechen wir das ganze doch mal runter.

Der Informatiker

Stellen Sie sich vor, Sie würden als Informatiker arbeiten. Nun stehen Sie vor der Entscheidung, welches Programm Sie einem Kunden z.B. einer Landwirtschaftsvereinigung anbieten. Würden Sie eine Software wählen, die häufig abstürzt und deren Wiederherstellung nur mit sehr teuren Updates möglich ist?

Ein solches System würde man doch vermutlich nur wählen, wenn man die Nutzer des Softwaresystems ausbeuten möchte oder wie man in der Marktwirtschaft sagen würde, man sich Gewinn orientiert verhält und Nachfolgeaufträge sichern möchte.

Wer jedoch für sich selbst arbeitet, würde doch wohl eine stabile Softwarebasis auswählen, die allen Nutzern den höchsten Vorteil bringt und langfristige Sicherheit liefert. Stabil und mit kostenfreien Updates.

System & Ideologie Hinterfragen

Obgleich das aktuelle System so oft gecrasht ist und gerettet werden musste, wird es kaum hinterfragt. Für die meisten Menschen gibt es vermutlich nur zwei bekannte politische Ideologien die Marktwirtschaft und den Sozialismus. Mit dem Ende der DDR war für die Befürworter der Marktwirtschaft klar, der Sozialismus ist gescheitert. Aber ist das wirklich so klar oder haben Menschen an Schlüsselpositionen einfach falsche Entscheidungen getroffen oder funktioniert Sozialismus nur global? So eindeutig kann man das vermutlich nicht beantworten, zumindest wir nicht.

Aber neben diesen großen Begriffen, gibt es natürlich auch Misch- und Unterformen. Folgende Links führen zu Wikipedia und liefern weitere Informationen:

Kapitalismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus

Sozialismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus

DDR

Der Sozialismus hat sich mit der Auflösung der DDR (Deutsche Demokratische Republik) von uns entfernt. Wir wollen nun gar nicht auf die Vor- und Nachteile dieser Ideologie näher eingehen. Lediglich zwei Punkte möchten wir hervorheben.

1. Es ist gut, dass das Unrecht welches von der Partei und der Stasi seinen Bürgern gegenüber ausgeübt wurde, sein Ende gefunden hat.

2. Insbesondere ehemalige Bürger der DDR betonen immer wieder, früher – also zu Zeiten der DDR – ging es um die Gemeinschaft. Mit der Wende sprich der Wiedervereinigung Deutschlands steht der Einzelne im Vordergrund.

Selbstkritik

Von einem modernen Menschen wird erwartet sich selbstkritisch zu verhalten. Sprich sein Handeln zu hinterfragen, ist dass was ich mache richtig oder könnte ich es auch anders machen?

Aber wo bleibt die Selbstkritik an unseren Systemen? Offensichtlich ist diese in unserer Politik nicht vorgesehen. Warum gibt es keinen Überprüfungsmechanismus, der dieses System zur Überprüfung stellt? Stattdessen werden Milliarden an Steuergeldern als Subvention zur Verfügung gestellt um dieses System aufrechtzuerhalten.

Die Selbstversorgung

Der Trend zur Selbstversorgung nimmt laut SPIEGEL zu. Auch SoLaWi´s (Solidarische Landwirtschaft) werden immer beliebter. Unter anderem, weil es die Menschen glücklich macht, etwas sinnvolles zu tun. Wer kann heute schon von sich behaupten, er übt einen Beruf aus, der sinnvoll ist und die Gesellschaft voranbringt. Ärzte, Krankenschwestern oder Bauern vielleicht. Aber welchen gesellschaftlichen Nutzen liefern Mitarbeiter z.B. im Lotteriewesen?

Stellen Sie sich eine Gruppe von 100 Personen vor, die als Selbstversorger leben. Ein Lehrer/in, ein Arzt/in und 196 anpackende Hände sowie ein großes Stück Land mit einem Teil Waldbestand und einer Wasserquelle. In solch einer Konstellation konnten Menschen nach wenigen Jahren Autark leben. So dürfte in der Vergangenheit der Grundstein für ganze Städte entstanden sein. Mit einer Gruppe von Menschen die Ihre Versorgung sicherstellten. Jeder in der Gruppe leistete seinen Beitrag.

Stellen Sie sich nun mal vor diese Gruppe von 100 Personen würde über  moderne technische Hilfsmittel sprich über einen Traktor und entsprechende Gerätschaften verfügen. Die Produktivität wäre sicherlich so groß, dass man die Menschen, die diese Maschinen bauen mit versorgt werden könnten.

Badarfswirtschaft

Mit der Bedarfs- oder auch Subsistenzwirtschaft genannt, ist es das Produktionsziel die Selbstversorgung sprich die Deckung des Lebensunterhaltes einer meist kleinen Gemeinschaft sicherzustellen.

Die Übervorteilung anderer oder das Profitstreben steht damit gerade nicht an erster Stelle. Weiterhin bemerkenswert, diese traditionell subsistenzwirtschaftender Gemeinschaften handeln nachhaltig sprich im Einklang mit der Natur. Die Gemeinschaften wissen, dass sie von der Natur abhängig sind.

Möglich?

Selbstversorger sind in der Lage sich selbst zu versorgen und dazu auch noch nachhaltig zu handeln. Warum kann man ein solches System nicht auf die unsere Gesellschaft anpassen und übertragen?

Müsste es mit dem technischen Fortschritt und den vorhandenen Ressourcen nicht möglich sein der Gemeinschaft einen viel größer Vorteil zu liefern als es unsere jetzigen System kann?

Corona-Krise

Für viele Menschen steht das Leben in der Corona-Krise still. Plötzlich konzentriert man sich auch in unserem Kapitalismus bzw. in der Marktwirtschaft auf das wesentliche und das ist die Versorgung der Gesellschaft mit Lebensmitteln. Viele andere Bereiche laufen auf halber oder gar keiner Kraft mehr.

Natürlich sind jetzt Milliarden an Hilfspaketen notwendig, damit die Menschen Ihre Lebensmittel auch kaufen können, aber liegt das nicht ausdrücklich an dem System in dem wir aktuell leben? Wenn wir uns von diesem System lösen, stellt sich die Frage:

Gibt es eine Notwendigkeit die benötigten Lebensmittel zu bezahlen oder sollte dies in einer Gemeinschaft nicht eine Selbstverständlichkeit sein?

Zeigt der aktuelle Zustand nicht gerade, für die Versorgung unserer Gesellschaft (Lebensmittel und Gesundheitssystem) sind nur wenige notwendig. Warum werden die Anderen – aus Sicht einer Bedarfswirtschaft – nicht wirtschaftlicher eingesetzt und haben persönlich einen größeren Profit?

Wir möchten diese Fragen hier nicht abschließend beantworten. Jedoch dazu anregen, solche Fragen zu diskutieren und jedes System zu hinterfragen und nicht alles als gegeben anzusehen.

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